Schluss

 

Durch C.s Vermittlung geht Fred an die Uni. Er beginnt seine Promotion. Zum ersten Mal seit Jahren hat er einen Ort, an dem
Denken nicht gefährlich ist.

Ella geht nach Berlin. Ohne Job. Ohne Netz. Später findet sie Arbeit in der Künstleragentur — Künstler und Orchester aus aller Welt empfangen, begleiten, organisieren.

Umgekehrt schickt der Osten jahrelang seine Künstler wie Aushängeschilder auf westdeutsche Bühnen gegen Devisen. Karge,
Langhoff, Tragelehn, Castorf, Lang, Kupfer — ganze Produktionen. Ein „Who is who“ im westdeutschen Kunstbetrieb.

 

Die Montagsdemonstrationen erreichen Berlin. Die Gethsemanestraße lässt die Haustüren offen. Zwei Tage Hohenschönhausen.
Niemand spricht. Alle wissen.

 

9. November 1989. Die Welt steht Kopf.

 

 

Viele verließen das Land.

Niemand sah — oder wollte sehen — dass die besten Künstler ihre Arbeiten nicht nur aus der Reibung an der DDR schöpften,                            sondern dass sie für eine andere Welt aufstanden, von der der Westen glaubte, er habe sie schon.

 

Die Kunst geht wieder nach Brot.

 

Ella blieb — aber nicht mehr im Betrieb. Freds Vertrag war wertlos geworden, bevor er begann.

 

 

In der Luft lag etwas Unbestimmtes. Kein Triumph. Kein Anfang. Kein Ende. Nur ein Zwischenraum.

 

 

 

 

Die Erbschaft, die in keinem Testament steht